Was ist ein SWIFT-Code? SWIFT, BIC und IBAN einfach erklärt

Wer schon einmal Geld ins Ausland überwiesen oder aus dem Ausland erhalten hat, kennt die Frage nach dem SWIFT-Code, dem BIC oder der IBAN. Meist taucht sie im ungünstigsten Moment auf, während eine Zahlung wartet.

Die drei Codes stehen im Zentrum des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs. Sie werden leicht verwechselt, und ein falscher Code ist einer der häufigsten Gründe dafür, dass eine Überweisung scheitert oder auf dem falschen Konto landet.

Dieser Leitfaden erklärt, was jeder einzelne Code ist, wie sie zusammenhängen und wo Sie sie finden. Er betrachtet außerdem den Punkt, den die meisten Erklärungen auslassen: Diese Codes identifizieren die Bank und das Konto. Wer hinter der Zahlung steht, also das eigentliche Unternehmen, kennzeichnet ein eigener Code, der Legal Entity Identifier (LEI).

Was ist ein SWIFT-Code?

Ein SWIFT-Code ist der standardisierte Code, der eine bestimmte Bank bei einer internationalen Überweisung identifiziert. SWIFT steht für Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication, das sichere Nachrichtennetzwerk, über das Banken weltweit ihre Zahlungsanweisungen austauschen.

Was ist SWIFT also genau? Das Netzwerk transportiert die Nachricht, und der SWIFT-Code sagt ihm, für welches Institut die Nachricht bestimmt ist. Der Code identifiziert die Bank, nicht das Konto.

Verlässt eine Überweisung Deutschland in Richtung eines ausländischen Kontos, leitet der SWIFT-Code die Anweisung an das richtige Institut. Ein eigener Code, die IBAN, gibt anschließend an, welches Konto gutgeschrieben wird.

Jedes an SWIFT angeschlossene Institut hat mindestens einen Code. Größere Banken haben mehrere: einen für die Zentrale und weitere für einzelne Filialen oder Geschäftsbereiche.

Was ist ein BIC-Code?

BIC steht für Business Identifier Code, früher auch Bank Identifier Code genannt. Es ist die offizielle, ISO-genormte Bezeichnung für genau die Zeichenfolge, die die meisten Menschen SWIFT-Code nennen.

Was ist BIC im Kern? Ein acht- oder elfstelliger Code, der ein Finanzinstitut kennzeichnet, also dasselbe wie ein SWIFT-Code. Verwirrung entsteht nur, weil es zwei Namen für eine Sache gibt.

Hinter dem Code steht die Norm ISO 9362. SWIFT ist die Stelle, die diese Codes vergibt und veröffentlicht. Deshalb sind die beiden Begriffe im Alltag verschmolzen.

SWIFT-Code und BIC: Gibt es einen Unterschied?

Die kurze Antwort: Es gibt keinen. SWIFT-Code und BIC bezeichnen denselben Code. Die Begriffe werden synonym verwendet.

Ob ein Überweisungsformular nach einem SWIFT-Code, einem BIC oder einem SWIFT/BIC fragt: Gemeint ist immer dieselbe acht- bis elfstellige Zeichenfolge.

Dass zwei Namen existieren, hat historische Gründe. BIC ist der offizielle ISO-Begriff für den Code selbst. SWIFT ist das Netzwerk, das ihn nutzt, und die Organisation, die ihn vergibt.

Wer nach dem Unterschied zwischen SWIFT und BIC sucht, sitzt meist vor zwei Feldern auf einem Formular und befürchtet, zwei verschiedene Nummern zu brauchen. Das ist nicht der Fall. Ein Code deckt beides ab.

Wie ist ein SWIFT-Code aufgebaut?

Ein SWIFT-Code besteht aus bis zu vier Teilen, von links nach rechts gelesen:

Abschnitt Länge Was er kennzeichnet
Institutscode 4 Buchstaben die Bank oder das Finanzinstitut
Ländercode 2 Buchstaben das Land, nach ISO-Ländercode (DE für Deutschland)
Ortscode 2 Zeichen die Stadt oder den Standort der Zentrale
Filialcode 3 Zeichen (optional) eine bestimmte Filiale, falls angegeben

Ein achtstelliger Code verweist auf die Hauptstelle einer Bank. Ein elfstelliger Code ergänzt den Filialteil und verweist auf eine bestimmte Filiale. Ist keine Filiale angegeben, wird der Code manchmal mit XXX an den letzten drei Stellen geschrieben.

Ein Beispiel ist die Deutsche Bank in Frankfurt: DEUTDEFF. DEUT steht für das Institut, DE für das Land und FF für den Ort. Mit einem Filialcode wird daraus ein elfstelliger Code. Ein deutscher SWIFT-Code trägt an fünfter und sechster Stelle immer DE.

Was ist eine IBAN?

Die IBAN, kurz für International Bank Account Number, identifiziert ein bestimmtes Konto und nicht das Institut, das es führt. Der SWIFT-Code sagt, welche Bank. Die IBAN sagt, welches Konto bei dieser Bank.

Eine IBAN umfasst bis zu 34 alphanumerische Zeichen und folgt der Norm ISO 13616. Sie beginnt mit einem zweistelligen Ländercode und zwei Prüfziffern, mit denen die Bank die Nummer prüfen kann, bevor Geld fließt. Danach folgen die nationalen Kontodaten.

Eine deutsche IBAN hat 22 Stellen. Hier ein Beispiel für eine IBAN: DE89 3704 0044 0532 0130 00. Darin stecken Ländercode, Prüfziffern, Bankleitzahl und Kontonummer in einer einzigen Zeichenfolge.

Anders als in manchen Ländern ist die IBAN in Deutschland Teil des Alltags. Jede SEPA-Überweisung, auch eine innerhalb Deutschlands, läuft über die IBAN. Die alte Kombination aus Bankleitzahl und Kontonummer ist heute in der IBAN enthalten.

SWIFT-Code, BIC und IBAN im Vergleich

Eine einfache Eselsbrücke: Der SWIFT-Code ist die Adresse des Gebäudes, die IBAN ist die Wohnungsnummer darin. Der eine bringt die Zahlung zur richtigen Bank, die andere zum richtigen Konto.

SWIFT / BIC IBAN
Kennzeichnet die Bank oder das Institut das konkrete Konto
Länge 8 oder 11 Zeichen bis zu 34 Zeichen
Aufbau Buchstaben und Ziffern Ländercode, Prüfziffern, dann Kontodaten
Verbreitung weltweit vor allem Europa, Naher Osten, Teile Afrikas
Innerhalb Deutschlands für SEPA-Zahlungen meist nicht nötig Standard für jede Überweisung

Welchen Code Sie brauchen, hängt vom Ziel der Zahlung ab. Für eine Überweisung innerhalb des SEPA-Raums genügt in der Regel die IBAN allein. Seit 2016 ist der BIC für SEPA-Zahlungen nicht mehr erforderlich.

Geht die Zahlung außerhalb des SEPA-Raums, etwa in die USA, brauchen Sie zusätzlich den SWIFT-Code beziehungsweise BIC.

Was keiner dieser Codes leistet: Sie identifizieren nicht das Unternehmen hinter dem Konto. Der SWIFT-Code nennt die Bank, die IBAN nennt das Konto. Eine Zahlung kann beide durchlaufen, ohne dass bestätigt wird, welche juristische Person das Geld tatsächlich besitzt.

Diese Lücke schließt ein 20-stelliger Code, der die juristische Person selbst kennzeichnet. Hier kommt die LEI ins Spiel, weiter unten in diesem Leitfaden.

Wo finde ich SWIFT-Code, BIC und IBAN?

Alle drei sind leichter zu finden, als viele denken:

  • Online- oder Mobile-Banking: meist unter den Kontodaten oder den Angaben für internationale Zahlungen.
  • Kontoauszüge: SWIFT-Code, BIC und IBAN stehen häufig in der Nähe der Kontonummer.
  • Website der Bank: die meisten Institute veröffentlichen ihren SWIFT-Code, da er für jeden Kunden gleich ist.

Der SWIFT-Code, beziehungsweise BIC, ist öffentlich und für alle Kunden eines Instituts identisch. Die IBAN gehört zu Ihrem Konto. Behandeln Sie sie wie Ihre Kontonummer: Sie können sie weitergeben, wenn jemand Sie bezahlen soll, sollten sie sonst aber nicht öffentlich teilen.

SWIFT, BIC, IBAN und die LEI: Wer steht hinter der Zahlung?

Für eine Privatperson, die Geld an Familie im Ausland schickt, genügen SWIFT-Code, BIC und IBAN. Für ein Unternehmen kommt ein dritter Code hinzu. Er beantwortet eine Frage, die die Zahlungscodes nicht beantworten können: Welche juristische Person steht hinter der Transaktion?

Ein falscher oder veralteter Code zählt zu den häufigsten Ursachen für gescheiterte Auslandszahlungen. Für ein Unternehmen ist eine zurückgewiesene Zahlung mehr als ein Ärgernis. Sie kostet Zeit, Geld und Aufwand für die Nachbearbeitung.

Auch die Compliance hängt an korrekten Kennungen, denn Banken müssen genau wissen, wen sie bezahlen und von wem sie Geld erhalten.

Die LEI (Legal Entity Identifier) ist ein 20-stelliger Code auf Basis der Norm ISO 17442. Sie identifiziert eine juristische Person in Finanztransaktionen weltweit eindeutig. Verwaltet wird das System von der Global Legal Entity Identifier Foundation (GLEIF), die Aufsicht liegt beim LEI Regulatory Oversight Committee unter dem Financial Stability Board.

Jeder Code lässt sich in einem öffentlichen, durchsuchbaren Register nachschlagen. So kann jeder Geschäftspartner prüfen, mit wem er es zu tun hat.

Die Verbindung zu SWIFT und BIC ist nicht theoretisch. BIC und LEI beruhen auf denselben ISO-Grundlagen (der BIC auf ISO 9362, die LEI auf ISO 17442). SWIFT vergibt die BICs und veröffentlicht seit 2018 gemeinsam mit der GLEIF eine kostenlose, quelloffene Datei, die den BIC einer Bank ihrer LEI zuordnet.

Der Grund dafür ist Transparenz. Ein BIC kennzeichnet ein Institut zuverlässig, benennt aber nicht immer die genaue juristische Person, denn BICs werden auch an Filialen, Handelsabteilungen und einzelne Bereiche vergeben.

Mit ISO 20022, dem neuen weltweiten Standard für Zahlungsnachrichten, fordern Aufsichtsbehörden und die GLEIF, dass die LEI gemeinsam mit dem BIC in grenzüberschreitenden Zahlungsnachrichten mitläuft. So trägt jede Zahlung eine klare Antwort darauf, wer wer ist. Dieselbe Logik gilt längst in Meldepflichten wie EMIR, wo die LEI für die Identifizierung der Vertragsparteien vorgeschrieben ist.

Für Unternehmen ist die Schlussfolgerung einfach. Wer regulierte Finanzinstrumente handelt, Derivate meldet, Geschäftskonten eröffnet oder Wertpapiere ausgibt, gehört zu den Unternehmen, die eine LEI brauchen. Oft, weil eine Bank oder ein Broker das Onboarding ohne LEI nicht abschließt.

Wenn Ihr Unternehmen eine LEI benötigt, können Sie eine LEI bei LEI24 beantragen oder verlängern. Das dauert nur wenige Minuten, die Ausstellung erfolgt über eine akkreditierte Vergabestelle.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich SWIFT-Code und IBAN?

Für Zahlungen innerhalb des SEPA-Raums genügt meist die IBAN allein. Für Überweisungen außerhalb des SEPA-Raums brauchen Sie zusätzlich den SWIFT-Code beziehungsweise BIC, der die Zahlung an die richtige Bank leitet.

Wann brauche ich einen SWIFT-Code?

Immer dann, wenn eine Zahlung den SEPA-Raum verlässt, etwa bei einer Überweisung in die USA oder in die Schweiz. Innerhalb des SEPA-Raums reicht für gewöhnlich die IBAN.

Ist der BIC dasselbe wie die Bankleitzahl?

Nein. Die Bankleitzahl war die alte nationale Kennung einer deutschen Bank und steckt heute in der IBAN. Der BIC kennzeichnet das Institut auf internationaler Ebene. Für eine Auslandszahlung außerhalb des SEPA-Raums brauchen Sie den BIC, nicht die Bankleitzahl.

Wie viele Stellen hat ein SWIFT-Code oder BIC?

Acht oder elf. Ein achtstelliger Code kennzeichnet die Hauptstelle einer Bank. Ein elfstelliger Code ergänzt einen dreistelligen Filialteil und verweist auf eine bestimmte Filiale.

Darf man seinen BIC weitergeben?

Ja. Der BIC ist öffentlich und für jeden Kunden einer Bank gleich. Er wird gebraucht, damit Ihnen jemand eine internationale Zahlung schicken kann. Die IBAN gehört dagegen zu Ihrem Konto. Geben Sie sie nur an Personen weiter, die Sie bezahlen sollen.

Was ist der Unterschied zwischen SWIFT-Code und LEI?

Der SWIFT-Code beziehungsweise BIC identifiziert die Bank in einer Transaktion. Die LEI identifiziert die juristische Person, also das eigentliche Unternehmen, auf beiden Seiten. Die beiden beantworten verschiedene Fragen: welches Institut das Geld abwickelt und welches Unternehmen es besitzt. Wer in regulierten Märkten aktiv ist, braucht zunehmend beides. Die LEI ist inzwischen fester Bestandteil des regulatorischen Reportings und der Transparenz im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr.

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